Haltung. Mehr als nur gerade sitzen.
Unser Zeitgeist lebt von komplexen Zusammenhängen. Was vorher linear war, ist nun vernetzt. Daten sind die neue Währung und sie zu sammeln und mit einander zu verknüpfen, wird immer leichter. Doch erstaunlicherweise stellt sich keine Vereinfachung des Alltags ein. Im Gegenteil, die Komplexität nimmt stetig zu, je mehr Informationen uns vorliegen. Was ist nun richtig und was falsch? Was ist sinnvoll? Was ist riskant? Je mehr wir wissen, desto mehr Fragen entstehen. Wie begegnet man dieser Ambivalenz? Was hilft, wenn man den Überblick verliert und einerseits immer mehr Fakten und andererseits noch mehr Fragen zusammenkommen?
Eine mögliche Antwort finden wir in einem Umfeld, in dem Ästhetik als ganzheitliches Prinzip verfolgt wird. Als eine etablierte Kulturform verbindet der Tanz vergleichbar zwei fremde Welten miteinander: Einerseits geht es um Eleganz und Schönheit, anderseits um körperliche Ertüchtigung, nahezu Sport. Das verbindende Element? Die Haltung.
Haltung? „Haltung einnehmen.“ „Jemanden Halt geben.“ „Wir brauchen hier eine klare Haltung.“ „Achte mal auf Deine Haltung.“ Ist Haltung nun eher etwas für den Körper? Gehört Haltung zum Geist?
Haltung als Instrument
Choreografien und Stilelemente wirken nur dann formvollendet, wenn der Körper gezielt mit Körperspannung umgehen kann und nur dann sind sie so toll, dass ein Publikum bereit ist dafür Geld zu zahlen.
Eine gute Haltung sorgt für Stabilität, Festigkeit und Kontrolle. Eine gute Haltung ist das Ergebnis von starken Muskeln, Biegsamkeit und Kondition. Eine gute Haltung zeigt sich, wenn man aufgeräumt, klar und fokussiert ist. Oder anders herum: Wenn man nicht abgelenkt oder unentschlossen ist.
Und ein weiterer Faktor spielt eine wesentliche Rolle: Nur weil die Tänzerin oder der Tänzer die Füße faszinierend dreht, bedeutet das noch lange nicht, dass die Bewegung einzig und allein am untersten Ende des Körpers erfolgt. Nein, bereits in der Hüfte, der Mitte des Körpers, wird entschieden, ob der Fuß über das Knie, sich ausreichend drehen kann. Wird nur der Fuß verbogen, arbeitet der Körper gegen sich selbst und die Gefahr für Verletzungen ist groß. Haltung entsteht also im Innersten des Körpers und nie nur dort, wo sie gebraucht wird.
Haltung in Organisationen
Diese Erkenntnisse nehmen wir im Sinne des Prinzips der Selbstähnlichkeit mit in die Welt der Wirtschaft.
Haltung hilft uns in ambivalenten Situationen stabil zu bleiben. Was heißt das genau?
Haltung in einem Unternehmen bedeutet, sich konzentrieren zu können, einen Fokus zu haben und sich ausrichten zu können. Gibt es eine strategische Basis? Einen Unternehmens-Eigensinn, der formuliert wurde? Was für ein Unternehmen sind wir? Was wollen wir sein? Wo leisten wir einen Mehrwert? Warum braucht es uns auf dieser Welt? Das wiederum bedeutet, dass Unternehmen wissen, wo ihre Kräfte herkommen und wie sie nachhaltig eingesetzt werden sollten, damit stabil und flexibel gearbeitet werden kann. Und hier kommen wir zur Organisation, die eine wichtige Rolle spielt: Es hilft nicht nur einzelne Abteilungen zu managen (so wie der Fuß sich allein nur unnatürlich verbiegt), sondern das Miteinander aller Mitarbeiter:innen zu betrachten und herauszufinden, ob alle den gleichen Fokus haben, wenn sie sich drehen (Von der Hüfte über Knie in die Zehenspitzen).
Haltung ist also mehr als nur aufrecht sitzen oder gerade stehen, Haltung impliziert einen Fokus zu haben und sich auf innere Stabilität verlassen zu können. Haltung funktioniert nur dann, wenn genügend Kraft vorhanden ist. Aber genau wie beim Körper sorgen Wiederholungen für Erfolge. Es reicht nicht aus, einmal eine Strategie zu entwickeln und dann zu hoffen, dass alles standfest bleibt. Haltung entsteht an jedem kleinen Punkt im Alltag. Entscheidungen mit Lieferanten, Investitionsplanungen, Reaktionen auf die Konkurrenz, Talent-Management und Führungskräfte – All das gilt es aus einer Basis heraus zu entwickeln. Dann entsteht eine ganzheitliche Haltung, die formvollendet zu Exzellenz und damit zu Attraktivität führt (Sie erinnern sich? Das Publikum, das bereit ist Geld zu zahlen).
Welche Form kann Haltung einnehmen?
Es gibt verschiedene Ausführungen. Mal bestimmt die Markenstrategie, mal sind es unternehmerische Glaubensgrundsätze, mal sind es Visionen. Der Eigensinn des Unternehmen entscheidet, was passt. Hauptsache ist es, dass Überzeugungen und Fokus klar und eindeutig formuliert sind und alle ein Bild im Kopf haben. Sie brauchen Unterstützung dabei? Melden Sie sich gern und wir finden für Ihr Unternehmen oder Ihr Projekt die passende Haltung.