Nachhaltigkeit. Denn Klarheit sorgt für Ressourcenschonung.
Alle tanzen um das Thema „Nachhaltigkeit“. Ein:e jede:r sucht nach einer Definition, um einschätzen zu können, ob das, was er oder sie tut nun gut oder schlecht ist. Beschäftigt man sich genauer mit nachhaltigen Kategorien, wird es schnell komplex und ziemlich ambivalent. Jede:r hat etwas dazu zu sagen und dieser Blog-Beitrag nimmt sich da offensichtlich nicht heraus. In diesem Fall geht es neben den ganzen Analysen, dem Carbon-Foot-Print von allem und jeder:m um mehr als um konkrete Handlungen. Es geht um Nachhaltigkeit im Wahrnehmen, um den nachhaltigeren Umgang mit menschlichen Ressourcen und um Nachhaltigkeit im Denken.
Nachhaltigkeit beschreibt im Kern, dass Ressourcen so wirksam wie möglich eingesetzt werden.
„So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ lautet das Credo. Eine Haltung, die allgemein im Design verankert ist und manchmal minimalistische Züge hervorbringt. Schnell wird es kühl und reduziert. Das mag man schön oder nicht schön finden, dennoch helfen Klarheit und Reduktion, um sich Komplexität erschließen zu können. Also scheint dieser Grundsatz nicht nur für Design-Entwicklungen befähigend zu sein, sondern er eignet sich hervorragend für alles, was wir bewältigen müssen. Investitions-Entscheidungen. Fokus auf Produktivität, Auswahl von Kommunikationswegen und -inhalten et cetera. Und er schult unseren Blick. Was brauchen wir wirklich? Was ist wirklich wirklich wirklich notwendig um eine Lösung zu entwickeln?
Die Philosophie des Bauhauses geht weiter und formuliert mit „Form follows Function“ eine Haltung, die eben nicht nur in der Architektur Anwendung finden sollte oder im Produktdesign. Alltagsentscheidungen über zu viel oder zu wenig können mit dieser Gedankenstütze getroffen werden. Die Form ergibt sich aus der Funktion, aus der Anwendung und sorgt damit für den Fokus auf Essenz. Das klingt zu abstrakt? Dann springen wir in die täglichen Projekte: Aufgaben, die zu komplex sind, nicht abbildbar und nebulös unter „Wir müssten mal…” laufen, fallen aus der Form. Und schon sind viele To dos, Abstimmungen, Korrekturschleifen notwendig, um sie zu bewältigen. Wenn jedoch die Erwartungen, Ziele, Aufgaben und Zuständigkeit klar sind, ein konkretes Bild entsteht, sodass jede:r eine einfache Vorstellung hat, nimmt alles plötzlich „Form an” und kann leichter, reibungsloser und damit nachhaltiger bewältigt werden.
Menschliche Ressourcen
„Denken in Generationen” und das „Weitergeben von Werten an den Nachwuchs” sind häufig genannte Kriterien um zu formulieren wie wichtig Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ist. Doch wie verankern Unternehmer:innen und Führungskräfte Nachhaltigkeit im Daily Business, im täglichen Steuern von Ressourcen und damit auch im täglichen Steuern von Mitarbeitern:innen? Wie gehen Sie mit ihren eigenen Ressourcen um? Ihren eigenen Kräften? Setzen Sie sie nachhaltig ein?
Menschen zu führen und zu beschäftigen, kann ebenso nachhaltig oder verschwenderisch sein wie der ausgewählte Einsatz von Rohstoffen. Willkürliche Aufgabenverteilung, lange Abstimmungsschleifen und unkonkrete Beschreibungen zehren und kosten Energie. Wir alle kennen das Gefühl, wenn man vollkommen erschöpft aus einem Meeting kommt und trotzdem ist nichts klar.
Aber auch, wenn es nicht mühsam ist, spielt unser Energie-Haushalt eine wesentliche Rolle. Viel Denken, viel Sprechen, viel Arbeiten. Am Ende braucht man eine bewusste Regeneration, gesunde Ernährung, Bewegung, Schlaf und so einiges mehr. Es werden Ressourcen angezapft und verarbeitet. So geht es ein Leben lang.
Dabei sollte man sich bewusst machen: All diese Kräfte haben wir und hat der:die jeweilige Mitarbeiter:in vorher gesammelt, um seine:ihre Leistung einbringen zu können. Wir haben in Bildung investiert, also Ressourcen gebunden; wir geben auf unseren Körper acht, also werden Ressourcen gebunden. Urlaube, Konferenzen, Weiterbildungen – alles Dinge, die helfen, eine gute Leistung erbringen zu können, alles Dinge, die Ressourcen binden. Daher spielt der Umgang und Einsatz von Mitarbeiter:innen und beauftragten Dienstleister:innen eine enorme Rolle, wenn nachhaltiger gearbeitet werden soll. Ihre Kräfte sind ein wertvolles Gut.
Nachhaltige Personalverantwortung heißt also:
Kräfte von Mitarbeiter:innen gehören gezielt eingesetzt; Aufgaben konkret beschrieben, Erwartungen deutlich formuliert. Das spart Nerven, Korrekturschleifen – und Ressourcen. Die abschließende Frage in jede Runde muss sein: “Ist jedem wirklich wirklich klar, was zu tun ist? Hat jeder ein eindeutiges Bild im Kopf?”
Talente und Stärken werden so gefördert, dass möglichst wenig Energie verloren geht. Das verlangt ein genaues Hinsehen und Wahrnehmen des Mitarbeiters und der Mitarbeiterin. Schwächen sollten nicht übergangen oder aufgebläht werden, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit sorgsam behandelt werden. Stärken gehören nicht ausgenutzt, sondern sorgsam gepflegt und wertgeschätzt.
Mitarbeitergespräche, proaktive Weiterbildung und Inspirations-Angebote sind Teil des lebenslangen Lernens und sorgen dafür, dass Menschen sich immer wieder in eine Reflexion begeben können, um zu fragen „Was mache ich hier? Wie geht das reibungsloser?“. Diese Rückkopplung ist notwendig um Klarheit in Teams und Fokus auf Aufgaben zu schaffen.
Wissen, fachliche Expertise, Gespür – all das gehört im Sinne der Nachhaltigkeit wiederverwertet, neu gedacht und recycelt. Wenn Kolleg:innen getrennt voneinander die immer gleichen Recherchen, Analysen und Aufgaben erledigen, sollte man hellhörig werden.
Hierarchien helfen Struktur und Stabilität zu schaffen. Regeln vermeiden Kollisionen, Knoten und Reibungsverluste. Aber wo sind sie zu kompliziert und geben ein zu undurchsichtiges Bild ab? Welches Bild ergibt die Organisation und ist sie einfach abzubilden? Je klarer Entscheidungswege sind, desto weniger Reibungsverluste werden verursacht.
Sie sehen, es geht immer um Energie und Ressourcen, die eingesetzt werden. Und es geht immer darum, ob man Verbindungen, Beziehungen und Verantwortlichkeiten einfach und unkompliziert zeichnen kann und ein klares Bild entsteht. Je eindeutiger das Bild ist, desto fokussierter kann danach gehandelt werden, desto geringer ist die Ressourcen-Verschwendung.
Das Bild ist gezeichnet und es könnte ruhig etwas klarer sein, sagt die Intuition? Dann helfen die folgenden Fragen:
Wo befinden sich Umwege, Knoten, parallel-laufende Verbindungen? Warum ist das so? Kann die Linie konkreter und direkter gezeichnet werden?
Auf was kann verzichtet werden? Wo sind Lücken, die gefüllt werden müssen, damit Wege ohne Blockaden direkt gegangen werden können?
Linien, Knoten, Lücken? Wie soll man denn den Alltag im Unternehmen zeichnen können? Wie kommt man zu seinem „Bild“?
Indem man bewusst hinsieht und Formen und Verhältnisse erkennt. Keine Sorge, das kann man lernen. Schreiben Sie mir und ich helfe Ihnen dabei.