Form. Das Gegenteil von Willkür.

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Der Ball ist rund. Und muss ins Eckige. Sagt man. Und meint damit ein ganz klares Ziel. Ohne das Eckige macht diese beliebte Sportart nämlich nur halb so viel Spaß. Die Regeln sind es, die dazu führen, dass wir am Ende von festgeschriebenen 90 beziehungsweise 120 Minuten einen Sieger und einen Verlierer küren. Welches Chaos würde herrschen, wenn diese Zeit nicht definiert wäre. Die einen würden gern länger spielen. Die anderen gleich nach dem ersten Tor aufhören. Und dann? Wir sehen, Regeln und Grenzen ermöglichen erst eine Interaktion. Wir sehen, es braucht immer eine Form, wenn wir etwas schaffen wollen. Ordnung, Struktur, Grenzen – Das sind alles keine Worte, die nach Freiheit und Kreativität schreien. Und doch sind es genau diese Faktoren, die eine Entfaltung erst ermöglichen.

Aber zurück zur Form. Formgebung. Sie ist es, die Bilder entstehen lässt. Spielzüge werden aufgemalt, damit jeder versteht, welche Taktik der Spielführer verfolgt. Die Linien auf dem Feld ergeben ein so prägnantes Bild, dass sogar viele kleine Kinder sie einfach aufmalen können. Was dabei hilft? Die Form folgt der Funktion. Es gibt einen Strafraum, eine Mittellinie und jeder weiß, wo Tore zu finden sind. Fantastisch. Denn hier gibt es keine schnörkeligen Dekorationen, die überflüssig sind. Jede Linie ist ein Teil des Gesamtkonstruktes und zeigt deutlich, wo man sich befindet und welche Regeln dabei gelten. Formen helfen uns Menschen uns zu orientieren und geben uns den Raum, in dem wir kreativ werden.

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Gibt es keine Form, sprechen wir von Formlosigkeit. Nichts anderes als Willkür. Und Willkür führt zu Ohnmacht. Ein Gefühl, das keiner gern aushält. Es sorgt für Schmerz und Unzufriedenheit. Formen geben uns Halt. Sie zeigen uns Grenzen auf. Und geben uns Freiheit.

Also warum nutzen wir sie nicht, die Form, wenn Abertausende von Anforderungen, To dos und Deadlines jongliert werden müssen? Wenn Sachverhalte zu komplex sind? Wenn Beziehungen und Organisationsstrukturen zu Konflikten führen? 

Das Finden von Formen ist wirksam, um sich ein Bild zu machen. Tatsächlich: Ich spreche vom bewussten Abbilden. Mit Stift und Papier oder einem blanko Dokument und geometrischen Formen. Und nein, keine Angst, hier geht es nicht darum zum Künstler oder zur Künstlerin zu werden. Es geht darum, dass man beim Zeichnen viele wichtige Aspekte lernt, die helfen Komplexität zu verringern und Entscheidungen vorzubereiten.

Zeichnen lernen heißt bewusst wahrnehmen.

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  • Wer etwas abbilden will, muss vorher genau hinsehen. Hier kollidieren manchmal Wunsch und Wirklichkeit. Also nochmal: Was haben Sie wirklich vor sich?

  • Verlieren wir uns nicht in Details: Unsere Wahrnehmung ist geübt darin, mehrdeutige Muster bekannten Formen zuzuordnen. Also: Welche geometrischen Elemente sehen Sie? Welche Linien lassen sich von A nach B ziehen? Welche Form entsteht? Finden Sie Symmetrien? Gegensätze? Freie Flächen? Wo kumuliert alles zu einem dunklen Knäul?

  • Bevor ich es vergesse: Malen Sie groß. Richtig gelesen. Vermeiden Sie kleine Kritzeleien, die am Ende viel zu winzig sind, um verstanden zu werden. Wer groß malt, schafft seinen Gedanken genügend Raum um ihren Platz einzunehmen.

  • Nun wird es etwas herausfordernder. Wir kommen zur Interpretation. Aber auch hier gibt es ästhetische Prinzipien. Was sagt Ihnen Ihr Bild? Vermittelt es Ihnen Klarheit? Sehen Sie eine Dynamik darin? In welche Richtung bewegt sich alles? Wo sind die Knotenpunkte? Wo sind Lücken, die eigentlich nicht sein sollten?

  • Jetzt haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie haben ein Zukunftsbild bereits im Kopf. Dann können Sie es abgleichen mit dem Status quo und schon sehen Sie, wo es hängt. Oder Sie überlegen, was es mit den Lücken und Knoten, den nebulösen Flächen und dünnen zittrigen Linien auf sich hat und finden konkrete Ansatzpunkte.

Violá. Eine perfekte Methode, um sich im Daily Business für einen Moment rauszunehmen und Distanz zum Geschehen aufzubauen. Ihr Bild spiegelt Ihnen klar und deutlich wider, wo Ihr Projekt hängt, welche Dinge missverständlich aufgestellt sind und woran gearbeitet werden muss, damit es reibungsloser weitergehen kann.

Wer regelmäßig zeichnet, wird immer besser. Sicherer. Konkreter. Und manchmal braucht man Unterstützung beim Formen finden und genauen Hinsehen. Schreiben Sie mir und wir schauen, welches Bild sich bei Ihnen ergibt.

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Transformation. Wandel, Metamorphose oder einfach nur Veränderung?