Es ist mal wieder Zeit für ein Abenteuer.

Es beginnt alles mit einer Idee.

Manchmal ploppen Ideen aus dem Nichts heraus und manchmal brauchen sie Zeit, um Form anzunehmen.

In meinem Fall begann es mit einer Ahnung, einer Vorahnung, die immer mehr Gestalt annahm. Bereits vor Namibia habe ich gedacht, dass es helfen könnte den Horizont nach zehn Jahren etwas zu weiten. Im südlichen Afrika habe ich dann gesehen wieviel größer die Welt ist. Und wie notwendig es für mich ist Deutschland und Europa von außen anzuschauen. Zu sehen was wunderbar ist, zu relativieren was oftmals mit Apokalypse-Stimmung betrachtet wird und zu lernen wie manche Dinge vielleicht anders gesehen und gemacht werden können. Die großen Themen der Zeit zeigen ja, dass ein Weiter-so nicht funktioniert und graue Gedanken und Unmut auch nicht funktionieren. Ich denke, wir sind soweit, dass wir die Perspektive ändern müssen und dürfen. Für mehr echte Nachhaltigkeit, für die Freiheit und den Frieden, die wir sicher geglaubt hatten, für ein zugewandtes Miteinander und ein bewusstes Leben voller Farben.

Wann, wenn nicht jetzt?

Und dann ging es noch um mein persönliches Wachsen und Wirken. Wenn man etwas beendet und sich dann sofort in etwas anderes stürzt, holen einen die Geister irgendwann ein. Also habe ich entscheiden drei Monate ganz bewusst “raus zu gehen”. Raus aus dem Bisherigen, raus in die Welt, raus aus meinem Alltag. Diese drei Monate, mit den drei Ländern, drei Sprachen und drei Wesen sind für mich kein Urlaub. Auch, wenn das Licht in Lissabon wohltuend ist. Nein, diese Zeit ist eine Reise. Ich werde hoffentlich auf Madame Langsamkeit treffen, ebenso wie auf Mister International, ich werde Fräulein Genügsamkeit begegnen und wahrscheinlich auch Herrn Enttäuschung. Ich hoffe Herrn Mut und Frau Zuversicht an meiner Seite zu haben und wünsche mir Monsieur Gesundheit als ständigen Beschützer. Sie werden begleitet von viel Licht, denn ja, ich habe mir Sonnen-Länder ausgesucht – einfach, weil sie mir gut tun. Und weil bei so viel Licht die Farben, die ich hoffe zu finden, noch intensiver leuchten.

Ich beginne in Portugal und reise einmal im Kreis. Ich habe vor Design und Kunst zu finden, Sonnenuntergänge, viel Strand und frische Luft. Dann geht es nach Marokko mit viel Respekt, der Hoffnung auf Blau, Terrakotta, Rosé und Farbkombinationen, die das Morgen bestimmen. Zurück in Europa werde ich hoffentlich in Spanien sein und bei Sonne Zeit haben alles, was kommt, in Form zu bringen. Denn ja, ich werde von unterwegs arbeiten. Arbeiten können. Denn dafür bin ich schon jetzt dankbar für das unproblematische Reisen innerhalb Europas (denken wir nur an Grenzkontrollen, Währung, Sprache und Kennzeichnung auf Etiketten), für Video-Calls und Wlan und für meinen digitalen viereckigen Kasten, mit dem ich connected bleibe.

Ich werde also hier immer mal wieder schreiben und meine Gedanken zu und in dieser Welt teilen. Ich werde verlässliches Wifi finden und so auch Termine machen können – Jutta, Henri, Nico – ihr seid fest eingeplant. Dankbar bin ich auch für meine Crew zuhause, die mir ermöglichen dieses Abenteuer zu erleben – passt gut auf euch und meine Kostbarkeiten auf.

Als ich meine unzähligen Listen, meine Habseligkeiten und meine sieben Sachen zusammengesucht habe, ist mir ein Satz in die Hände gefallen.

Wie klein unsere Welt eigentlich ist, merken wir meist dann, wenn wir große Dinge vorhaben.
— Ernst Ferstl

Im ersten Moment habe ich gedacht, dass er ziemlich arrogant klingt, denn meine Welt war und ist nun wirklich nicht klein. Aber dann habe ich verstanden, dass ich ihn rückwärts lesen muss. Ja, für mich ist der Gedanke an diese Reise groß, in manchen Momenten zu groß. Aber dann kommt die Frage “Und was wäre die Alternative?” Die Antwort ist keine Option. Ich gehe also mit Demut und Respekt in die Welt, die so viel größer ist als ich und packe meinen Koffer...

In diesem Sinne, herzliche Grüße.

Claudia

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Lissabon, Du wunderbare Stadt.